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Die Herstellung einer Harfe in den Szenen des Holzhandwerks auf Pfeiler XVI des Grabes des Anchtifi in Moalla

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Die Untersuchung behandelt eine Szene des Holzhandwerks aus dem Grab des Ankhtifi in Moalla. Die Szene enthält zwei ungewöhnliche Details, die in anderen Werkstätten des Holzhandwerks nicht vorkommen. Es zeigt die Herstellung einer Harfe und das
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  Die Herstellung einer Harfe in den Szenen des Holzhandwerks auf Pfeiler XVI des Grabes desAnchtifi in MoallaAuthor(s): Vera VasiljevićSource: Studien zur Altägyptischen Kultur, Bd. 24 (1997), pp. 313-326Published by: Helmut Buske Verlag GmbH Stable URL: http://www.jstor.org/stable/25152745. Accessed: 03/05/2011 09:18 Your use of the JSTOR archive indicates your acceptance of JSTOR's Terms and Conditions of Use, available at . http://www.jstor.org/page/info/about/policies/terms.jsp. JSTOR's Terms and Conditions of Use provides, in part, that unlessyou have obtained prior permission, you may not download an entire issue of a journal or multiple copies of articles, and youmay use content in the JSTOR archive only for your personal, non-commercial use.Please contact the publisher regarding any further use of this work. Publisher contact information may be obtained at . http://www.jstor.org/action/showPublisher?publisherCode=hbv. . 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EszeigtdieHersteUungeiner Harfe und dasAnfertigeneinesApotropaions.DieHersteUungdieserbeiden Gerateist vermutUchdurchihre Funktionbestimmt. BeideGegenstandehaben einenBezugzurWiedergeburt.IhreAbbUdungverweistdaher auf eineBeziehungzwischenDiesseitsund Jenseits.1.DarsteUungendesHolzhandwerkssind seitdemAltenReich in denKultraumenderPrivatgraberbelegt1.Im Alten undMittleren ReichwirdindenWerkstatten des HolzhandwerksdieHersteUunghauptsachlichvonGegenstandenderGrabausstattunggezeigt,imNeuen Reichsind diesvorwiegendGegenstandedesTempelbedarfs2.LIDasGrabdesGaufiirsten AnchtifiausMoalla,dasindie 1.Zwischenzeit datiertwird3,enthalt eineinteressanteDarsteUungeinerZimmermannswerkstatt.DieseWerkstattist dasHauptthemaderMalerei aufPfeilerAbb. 1DerAufsatz ist imHerbst wahrendeinesdurch denDeutschenAkademischenAustauschdienstesgefbrdertenStudienaufenthaltanderUniversitatHamburgentstanden.Ich dankedem DAADunddemLeiterdesHamburgeragyptologischenInstituts,HerrnProf.Dr. H.AltenmiiUer,fiirdiegewahrteUnter stiitzung. 1Klebs,ReliefsI, 87ff.;R.Drenkhahn,DieHandwerker undihreTatigkeitenim AltenAgypten,AA31,1976,97ff. 2Drenkhahn,op.cit.,2f. 3Vandier,Mo'aUa,40datiert dasGrabindieZeit derKonigeder9.bis10.Dynastie;D.Spanel,TheDate ofAnkhtifi ofMo'aUa,in:GM78, 1984,87-94datiert indie9.Dynastie(Neferkare).  314V.VasiljevicSAK24 XVI in derNordwest-EckedesRaums4.Das BildzeigtdasSagen,dasGlattenunddasDrechselnvonunterschiedlichenHolzgegenstanden.Einer der HandwerkerhocktamBoden(Abb.I)5.Er ist nach linksgewendetundbearbeitet miteinemDechsel in der rechten HandeinenvorihmaufgestelltenGegenstand.Die linke Hand scheint imSchoBzuliegen.DerGegenstandhat einegebogeneForm. Sein oberer Teil ist nichterhalten,derabgerundeteuntereTeilliegtaufeinemtrapezoidenUntersatz,bei demwaagerechteLinienerkennbarsind. NachVandier6handeltsichumdieBearbeitungeines Sesselbeinsin der Form einerLowenpfote,das auf einemalsDjed-PfeilergestaltetenUntersatz steht. DieAbbildungderHerstellungeinesMobelbeinsistfiirdie1.Zwischenzeit auBerstunge wohnlich.Denn eine solches Motiv ist bishernurfurdas NeueReich7und fiirdieSaitenzeit8belegt.Auchfehlenin der alteren ZeitBelegedafiir,indenen dieHerstellungvonEinzelteilen einesGegenstands gezeigtwird.SchlieBlichisteshochstungewohnlich,daB ein MobeluntersatzdieForm einesDjed-Pfeilershat.Aus derHaufungder BesonderheitendarfmanschlieBen,daBessich bei demGegenstandumdieAnfertigungeines anderenGegenstandsalsumdieHerstellungeinesMobelbeins handelt.1.2. DieLosungergibtsichauseinemVergleichdes BildsderZimmermannswerkstattmit einem BildvonderOstwanddesGrabesdesAnchtifi,woeinekleineSzeneabgebildetist, indereine Harfenistinvordem auf einemSesselsitzendenGrabherrnspielt9. Hier bietet der Stuhl dieMoglichkeitfur einen direktenVergleichmitdemGegenstand ausder Werkstatt.Das StuhlbeindesStuhls,auf dem derGrabherrsitzt,zeigtdiefolgendenBesonderheitenundUnterschiede:BeiderLowenpfotedesStuhls sind dieZehen derPfoteerkennbar,wasbeidemin derZimmermannswerkstatthergestelltenGegenstandnicht derFall ist. DerUntersatz desStuhls weist keineZeichnungeinesDjed-Pfeilersauf. EinDjedPfeilerist m.W.bisher auch nicht alsUntersatz bei einerStuhldarstellungbelegt. Dagegen zeigensichbei derDarstellungder HarfeMoglichkeitendesVergleichsmit dem GegenstandausderZiirniiermannswerkstatt. DiebeobachteteFormderHarfe und ihresUntersatzesentsprichtvollkommenderFormdesGegenstandsausderWerkstatt.Erist4Vandier,Mo'alla,77-86,figs.35-40,pls.XXIX-XXXI.Vandier,op.cit.,67 weistdaraufhin,daBinderMitte derHolzwerkstattzweiOpfertragerzusehensind,dieauf S. 81(e)und83(1)beschrieben werden. 5Vandier,op.cit.,81(f)undpi.XXIX. 6Loc.cit. 7Klebs,ReUefsIII,142f.,Abb. 89.8K.P.Kuhlmann/W.Schenkel,Das Grab desJbj,ObergutsverwaltersderGottesgemahlindesAmun(ThebanischesGrabNr.36),I,AV15,1983,100f.,Arm524,525. 9Vandier,Mo'aUa,pi.XL  1997HersteUungeiner Harfe315 daher als eine Harfezuidentifizieren10.Das Motiv derHersteUungeiner Harfe in einerZimmermannswerkstattwaredererstebekannteBelegfurdieHarfenhersteUung.DieAgyptersteUen normalerweisekeineTeUevonGegenstandendar,sondernneigenzurVoUstandigkeitbei der bUdnerischenGestaltungeinesBegriffs.Die HarfeausderWerkstattvonPfeilerXVI istzwarohne SaitendargesteUt,doch bemerktVandier11zurHarfendarstellungauf der Ostwand desGrabes,daB dieSaiten nichtzusehen sindodergarnichtgemaltwordenwaren.In beidenFaUendriickt derBogendesSaitentragersausreichend denBegriff"Harfe"aus.1.3 Auf derauBeren SeitedesBogensdesInstruments,beimHandwerker,befindetsicheinkleinerVorsprung,der ahnUchwiediefunfteZeheeinesTieresaussieht.AhnUcheZehensindsowohl bei denStierfiiBen alsauch bei denLowenfuBen der Sttihleoder Bettenzubeobachten12.Wennmansich auf dieGenauigkeitderveroffentUchtenZeichnungdiesesDetailsverlaBt,isteine weitereErklarung mogUch.DerVorsprungkonnte eineStutzefurdenUntersatz derHarfesein.MehrereBelege zeigen,daBmanfurdie StabiUtatderHarfeunddieEntlastungderSchulterdesHarfenspielerseinenUntersatz,aufdemderuntereTeilderHarfelag,benutzte.EinigeFormendesUntersatzeshaben anscheinendvorneeineAbgrenzung,umdasRutschendesInstrumentszuverhindern13.AusdemAltenReichistdieWiedergabesolcher Untersatzebekannt,obwohlsienichtimmer erkennenlassen,ob nachvornehin eineAbgrenzungbestand-z.B. beiKlj-m-cnhistsienichterkennbar,undbeiPtfa-fatpistsieinder FormeinesLowengestaltet14.EinschragesStabchenzurUnterstiitzungfur dieStandfestigkeitder Harfeistin denDarsteUungenderGeratefrieseaufdenSargenerkennbar. BeieinersolchenUnterstiitzungwareeinVorsprunganderHarfeselbst alsStutzpunktnotwendig,sodaBdasInstrument indergewunschtenPositionstehenkann15. 10Vandier,op.cit.81,103,hatdie beiden"Djed-Pfeiler"-Untersatzemiteinanderverglichen,aber nichtgleichgesetzt.11Vandier,op.cit.,103. 12Ob derStuhldesGrabherrn eine5.Zeheaufweist,laBtsichnichtuberprufen,da dieMalereidort be schadigtist:s.Vandier,op.cit.,pi.XI. 13UnterstutzungmiteinervorderenAbgrenzung:R.Engelbach,Harageh,BSAE28, 1923,pi.LXIXD.14Kij-m-cnh:Junker,GizaIV,Abb.9;Pth-htp:R.F.E.Paget/A.A.Pirie,TheTombofPtah-hetep,ERA2,1898,pi.XXXV.15EinschragesUnterstutzungstabchenz.B.: H.Schafer,PriestergraberundandereGrabfundevomEndedesAltenReichesbiszurgriechischenZeitvomTotentempeldesNe-User-Re,WVDOG8,1908,Tf.11A,Abb. 137(GrabmR8),Abb.141(GrabmR15).Zu denbeidenBelegen:G.Jequier,Les Frisesd'objetsdessarcophagesduMoyenEmpire,MIFAO47,1921,260.  316V.VasiljevicSAK24 1.4. DieWiedergabeausMoaUaist dieeinzigebisher bekannteDarsteUungderHersteUungdesInstruments16.UnterBezugauf denLederbezugder erhaltenenInstrumentehat L. Klebsdie Harfein die Liste derin der LederwerkstatthergesteUten,aberbUdUch nichtdargesteUtenGegenstandeaufgenommen17.Das ZusammensetzenderHarfeund vieUeichtauchderSaiten-Bezug18fandin einerLederwerkstattstatt,doch diirftedas Instrument selbstinderZimmermannswerkstatthergesteUtwordensein. 2.Welche Griindehabendazugefuhrt,daB die HarfeinderWerkstattderHolzhandwerker gezeigtwird?DieDarsteUungder HarfeausMoaUa imZusammenhangmit einerZimmermannswerkstattbleibtbisher ein EinzelfaU. Es steUt sich dieFrage,ob dies einewiUkiirUche Auswahl desKunstlerswar,der einfachaufzahlt,wasaUes ineinerHolzwerkstatthergesteUtwird,oderob die Harfezuden fur den VerstorbenenwichtigenGrabbeigabenzahlt,worausihreDarsteUungenihreBedeutungerhielte.2.7. Es istfestzusteUen,daBinden Handwerkerstatten biszumNeuen ReichnurdieHersteUungvonsolchenGegenstanden,die furdieGrabausstattung19bzw. ftir dasjenseitigeLeben desGrabherrnvonBedeutungsind,dargesteUtsind.Esistaber auchzubeobachten,daB nicht dieHersteUungaUerGegenstande,die fiir dasjenseitigeLebenbenotigtwerden,wiedergegebenwird. Die entscheidendenKriterien furdie Auswahl der Themen sind nichtzuerkennen. So sindz.B.der Flachsanbau und dieFlachsernte eingewohnUcherTeil derGrabdekorationdes Alten Reich. DasSpinnenund das Webendagegenwirderstab demMittleren Reich imBUdprogramm dargesteUt,obwohl dasLeinen einewichtigeSteUeunterdenOpfergabeninnehat und seit der2.DynastieindenOpferUstenvorkommt20.Andererseitsgehorensowohlder Anbau alsauch dieWeiterverarbeitungdes KornszuBrot undBier,die beidewichtigeGaben derOpferUstesind,indasBildprogrammdes AltenReiches.Die Harfedagegen gehortenichtzuderGerateUste,dieabder 2.Dynastiebis Ende der 4.DynastieeinTeil derOpferUstewar21.ImgroBenundganzenwirdab der4.Dynastiedie16Vgl.L.Manniche,AncientEgyptianMusicalInstruments,MAS34,1975;K.Krah,DieHarfe impharaonischenAgypten,OrbisMusicarum7,1991.R.Drenkhahn,Handwerker,hat dieseWerkstattausMoalla nicht in ihreArbeiteinbezogenund auch keinenweiterenBelegmitHarfe erwahnt.17Klebs,ReliefsIII,171.18Esherrschengeteilte MeinungenuberdasMaterial,ausdem dieSaitenhergestelltwurden:Palmbast fasern, Darmsaiten,Seide;s.Krah, Harfe,15. 19Vgl.Anm. 2.Mit krstt deutlichalsGrabausstattungbezeichnet,z.B. A. M.Moussa/H.Altenmuller,DasGrabdesNianchchnum undChnumhotep,AV21,1977,Tf.62-63.20Barta,Opferliste,25.21Vgl.Barta,Opferliste,12-46.
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