Business

Abduktion - Ansichten zur Wissenschaft und zum Ursprung der Erkenntnis

Description
Abduktion - Ansichten zur Wissenschaft und zum Ursprung der Erkenntnis
Categories
Published
of 34
All materials on our website are shared by users. If you have any questions about copyright issues, please report us to resolve them. We are always happy to assist you.
Related Documents
Share
Transcript
  Abduktion Ansichten zur Wissenschaft und zum Ursprungder Erkenntnis Theoretisches SeminarProf. Dr. Cristoph WentzelUniversity of Applied Sciences Darmstadt Tillman Swinke and Alexey Koborov2009-04-15 1  Zusammenfassung Nach Ansicht von Charles S. Peirce, demjenigen der den Abduktionsbegri ff  in dieWissenschaftstheorie eingef ¨uhrt hat, ist die Abduktion der Ausgangspunkt einesErkenntnisprozesses. Somit erscheint es mehr als sinnvoll, sich mit dem Begri ff  derAbduktion einmal auseinander zu setzen.Die vorliegende Ausarbeitung hat zum Ziel, den federf ¨uhrenden WissenschaftlerCharles S. Peirce vorzustellen und seinen Begri ff  der Abduktion im Kontext derWissenschafts- und Erkenntnistheorien darzulegen. Anschließend soll der Zusam-menhang zwischen Abduktion und Kreativit¨at sowie deren Bedeutung f ¨ur die k¨unstlicheIntelligenz beschrieben werden. 2  Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 42 Begri ff  sdefinition 5 2.1 Induktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52.2 Deduktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52.3 Kreativit¨at . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62.4 Semiotik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 3 Charles S. Peirce 84 Abduktion 11 4.1 Historie der Abduktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114.2 Herleitung der Abduktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114.2.1 Wahrnehmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114.2.2 Kategorienlehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124.2.3 Semiotik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134.2.4 Pragmatizismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154.3 Gegenueberstellung zu Induktion und Deduktion . . . . . . . . . . . . . . 164.4 Abduktion als Prozess . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174.4.1 Deduktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174.4.2 Induktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184.4.3 Abduktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 5 Deutungen der Abduktion 20 5.1 Logische Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205.2 Erkl¨arende Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205.3 Selektierende Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 6 Was Abduktion mit Kreativit¨at verbindet 22 6.1 Versuch einer Definition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 226.2 Kreativit¨atsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 236.3 Abduktion im kreativen Prozess . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 7 K¨unstliche Intelligenz als potentielles Anwendungsgebiet 298 Zusammenfassung und Ausblick 31Literatur 33 3  1 Einleitung Nach dem die¨uberzogenen Erwartungen an die Systeme der k¨unstlichen Intelligenz (KI)in den 80er Jahren einen schweren R¨uckschlag erlitten und die anf ¨angliche Euphorieschwand, wurden die Stimmen nach grunds¨atzlich anderen Konzepten und neuen Heran-gehensweisen laut. Mit den neuronalen Netzen und dem menschlichen Gehirn als Vorbildwurden in den darauf folgenden Jahrzehnten neue Impulse gesetzt und Erkenntnisse ausder Neurophysiologie schrittweise adoptiert, so dass wir heute eine Renaissance der KI-Forschung erleben d¨urfen. Diskussionen, Vortr¨age und Vorstellungen¨uber die KI im neuenLicht scheinen dabei schier unersch¨opflich zu sein. Die Vorstellungen der Autoren reicheninzwischen von philosophischen, fragenden Ans¨atzen¨uber wissenschaftliche Betrachtun-gen bis hin zu futuristischen Horror-Szenarien. Allerdings entsteht oft der Eindruck, dassdie Kernziele der KI – n¨amlich das Bestreben, menschliche Intelligenz nachzuahmen -immer weiter aus dem Sichtfeld geraten.Die menschliche Intelligenz ist ein hochkomplexes Gebilde und bleibt nach wie vor zueinem beachtlichen Teil unerforscht. Heute wissen wir, dass sie nicht ausschließlich auslogischen Denkprozessen besteht, sondern auch die nicht-logischen Elemente enth¨alt, diemaschinell noch nicht abgebildet werden k¨onnen. Ein erheblicher Teil der menschlichenIntelligenz beruht zudem auf Abduktion – einem mit der Kreativit¨at eng verbundenProzess der Schlussfolgerung. Doch was macht die Abduktion eigentlich aus und wel-che Rolle spielt sie in den Wissenschafts- und Erkenntnistheorien? Was ist in diesemZusammenhang Kreativit¨at und welche Bedeutung hat sie f ¨ur die KI? Diese und einigeweiterf ¨uhrenden Fragen m¨ochten wir in der vorliegenden Ausarbeitung untersuchen unddas Geheimnis um den Begri ff  Abduktion l¨uften.4  2 Begri ff  sdefinition 2.1 Induktion (lat. Einf ¨uhren, Zuleiten)Induktion wird als das Ableiten einer Regel aus dem¨ublichen Zustand beschrieben, alsodas Einf ¨uhren des Allgemeinen (Gesetzm¨aßigen) auf Basis vom Einzelnen (Besonderen).Tritt ein Zustand einmal oder mehrfach auf, wird induziert, dass es eine Regel hierf ¨urgibt (vgl. S. 272 in [Sch65]).Induktionen haben einen wahrscheinlichen Charakter. Es wird aus einem h¨aufigen Auf-treten auf eine Gesetzm¨aßigkeit geschlossen. Dieser Schluss ist keineswegs zwingend, son-dern wird lediglich als wahr angenommen. Um einen zwingenden Schluss herbeizuf ¨uhrenm¨ussten alle m¨oglichen F¨alle¨uber die ganze Zeit hinweg untersucht und f ¨ur wahr befun-den werden. Und dies ist unm¨oglich.Als Beispiel kann jemand behaupten, dass am n¨achsten Tag die Sonne wieder aufgehenwird, da er aufgrund der jahrzehntelangen Beobachtungen des Sonnenaufgangs induktivauf eine Regel schließt. Damit ist jedoch keineswegs bewiesen, dass die Sonne morgentats¨achlich aufgehen wird. Im Fall einer Katastrophe von galaktischem Ausmaß bleibtder Sonnenaufgang sicherlich aus.Der Ausgangspunkt der Induktion ist folglich das auftretende Resultat: man schließtauf eine Regel, die jedoch nur aufgrund einer hohen Auftrittswahrscheinlichkeit als wahr  angenommen wird. Beispiel: Man beobachtet eine endliche Anzahl von Schw¨anen und bemerkt dabei, dass alle bisherbetrachteten Schw¨ane weiß sind. Daraufhin kann der Schluss gezogen bzw. eine Regelaufgestellt werden, dass alle Schw¨ane weiß sind. 2.2 Deduktion (lat. Herbeif ¨uhren)Deduktion wird als Ableitung eines speziellen Falles aus der allgemeinen Regel erkl¨art.F¨ur diese Schlussfolgerung werden eine oder mehrere als wahr angenommenen Regeln vor-ausgesetzt (vgl. S. 96 in [Sch65]). Das Besondere an der Deduktion ist ihre unabdingbareG¨ultigkeit: denn die Korrektheit des R¨uckschlusses, von einer oder mehreren bestehen-den Regeln auf einen entsprechenden Fall, ist nicht an die G¨ultigkeit der vorausgesetztenRegeln gebunden. Aus diesem Grund wird die Deduktion auch als Beweis bezeichnet.Bei der Deduktion wird zus¨atzlich zwischen der empirischen Deduktion  – einer Formder deduktiven Schlussfolgerung, die mit Hilfe von Wahrnehmungen gef ¨uhrt wird – sowieder transzendentalen Deduktion  unterschieden, bei der von Begri ff  en im Kant’schen Sinneauf Gegenst¨ande (in concreto) geschlossen wird.5
Search
Tags
Related Search
We Need Your Support
Thank you for visiting our website and your interest in our free products and services. We are nonprofit website to share and download documents. To the running of this website, we need your help to support us.

Thanks to everyone for your continued support.

No, Thanks