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Rez. Karen Radner (Ed.), State Correspondence in the Ancient World. From New Kingdom Egypt to the Roman Empire. (Oxford Studies in Early Empires.) Oxford, Oxford University Press 2014

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Rez. Karen Radner (Ed.), State Correspondence in the Ancient World. From New Kingdom Egypt to the Roman Empire. (Oxford Studies in Early Empires.) Oxford, Oxford University Press 2014
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  150 Historische Zeitschrift// BAND  302/2016 Es sei zur Ehrenrettung der italienischen Wissenschaft betont, dass insbesondereHistoriker diese von prähistorisch-archäologischer Seite vorgebrachten Konstrukti-onen eines großen Frühen Rom skeptisch bis ablehnend betrachten (z.B. E. Gabba,La Roma dei Tarquini, in: Athenaeum 86, 1988, 5–12; ders., Ancora sulle srcini di Ro-ma, in: Athenaeum 89/1, 2001, 589–591). F. folgt leider allzu einseitig einer in metho-discher Hinsicht oft fragwürdig vorgehenden Forschungsrichtung, die mit archäo-logischen Befunden einer von der philologisch-historischen Kritik als Fiktion erwie-senen literarischen Überlieferung zum Frühen Rom und Latium geschichtlicheFaktizität zuschreiben will. Karen Radner   (Ed.), State Correspondence in the Ancient World. From New Kingdom Egypt to the Roman Empire. (Oxford Studies in Early Empires.) Oxford, Oxford University Press 2014. XIV, 306S., $74,–. // doi  10.1515/hzhz-2016-0017 Babett Edelmann-Singer, Regensburg Der von R. herausgegebene Sammelband behandelt die Frage nach dem Zusammen-hang von Kommunikation und Herrschaft in den Reichen der vorderorientalischenund europäischen Antike zwischen dem 15.Jh. v.Chr. und dem 6.Jh. n.Chr. Konkretuntersuchen die sieben Beiträge den Einfluss des staatlich organisierten Kommuni-kationsverkehrs über große Entfernungen hinweg auf die Stabilität der Zentralge-walt in geographisch weit gespannten Reichen: dem Neuen Reich in Ägypten, demReich der Hethiter, dem Neuassyrischen Reich, dem Babylonischen Reich, demReich der Perser, den hellenistischen Reichen der Seleukiden und Attaliden sowiedem Römischen Reich von Augustus bis Justinian.Die Herausgeberin definiert im einleitenden Kapitel Ziele und Leitfragen. Leiderbeschränken sich diese auf eher allgemeine Fragestellungen wie „What are the rolesof envoys and letters in long-distance state communications?“ (S.3). Hier hätte mansich eine größere Konzentration auf die für eine komparatistische Studie maßgebli-chen methodischen Ansätze gewünscht. Davon abgesehen können die einzelnenBeiträge, von denen aufgrund der hier gebotenen Kürze nur einige hervorgehobenwerden können, durchweg überzeugen. M. Weeden   präsentiert mit seinem Aufsatzzu „State Correspondence in the Hittite World“ einen Textkorpus aus der Zeit zwi-schen 1450 und 1200 v.Chr., der außergewöhnlich gut in den archäologischen Kon-  NEUE   HISTORISCHE   LITERATUR  / BUCHBESPRECHUNGEN   ALTERTUM 151text eingebettet werden kann und daher Aussagen über Form, Inhalte sowie Ver-sandwege und -modi der Korrespondenz zulässt. R. selbst beschreibt in ihrem Bei-trag „An Imperial Communication Network: The State Correspondence of the Neo-Assyrian Empire“ einen Wendepunkt in der Kommunikationsgeschichte. Den As-syrern kommt das Verdienst zu, ein neuartiges Kommunikationsnetzwerk geschaf-fen zu haben, das durch seine Geschwindigkeit, seine Kontrollmechanismen undseinen administrativen Zuschnitt wesentlich zur Stabilisierung der Herrschaft bei-trug und die Basis nicht nur für die in den antiken Quellen vielfach gelobte persischeKommunikationsstruktur darstellte, sondern als Blaupause für jede erfolgreicheLangstreckenkommunikation bis in die Neuzeit diente. A. Bencivenni   analysiert in„The King’s Words: Hellenistic Royal Letters in Inscriptions“ die Kommunikations-strategien seleukidischer und attalidischer Herrscher des 3. und 2.Jh.s v.Chr. undversucht in Anlehnung an Ma (J. Ma, Antiochos III  and the Cities of Western AsiaMinor. Oxford 2002) eine Antwort auf die Frage zu finden, inwieweit die Art derKommunikation Auskunft über den Charakter des hellenistischen Königtums zugeben vermag.Aus althistorischer Perspektive reiht sich der Band ein in eine zunehmende Zahlkomparatistischer Arbeiten, die über den Vergleich von Griechenland und Rom hi-nausgehen. Dabei verfolgen die Autorinnen und Autoren allerdings keinen einheit-lichen kulturwissenschaftlichen Ansatz, sondern präsentieren und analysieren zen-trale Textkorpora, in denen die staatliche Korrespondenz der jeweiligen Reicheüberliefert sind. Dies ist eine große Stärke des Bandes. Man hätte sich allerdings ge-wünscht, dass die guten Einzelbeiträge stärker durch strukturelle und konzeptionel-le Fragestellungen verbunden worden wären. Victor Parker  , A History of Greece. 1300 to 30 BC. (Blackwell History of the Ancient World.) Malden, MA, Wiley-Blackwell 2014. XXX, 471S., £24,99. // doi  10.1515/hzhz-2016-0018 Alexander Rubel, Iasi Die Überblicksdarstellung behandelt die griechische Geschichte vom Niedergangder Mykenischen Kultur bis zur Integration des letzten hellenistischen Königreichsins Imperium Romanum. Um das auf 430 Textseiten zu bewältigen, verzichtet Par-
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